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<title>Intimität</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Intimität</span></h1>
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<p><b>Intimität</b> (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic">intimus</span> (<a href="Komparation" title="Komparation">Superlativ</a> zu lateinisch <i>interior</i>), „innerste“, schon im klassischen Latein mit der übertragenen Bedeutung „engste, nächste, ganz oder besonders vertraute“ (meist in Verbindung mit „Freund“)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) ist ein Zustand tiefster Vertrautheit. Intimität erfordert eine <a href="Intimsph%C3%A4re" title="Intimsphäre">Intimsphäre</a> – einem persönlichen Bereich, der durch die Anwesenheit ausschließlich bestimmter oder keiner weiteren Personen definiert ist und Außenstehende nicht betrifft. Die Wahrung der Intimsphäre und damit die Intimität setzt bei den Beteiligten eine entsprechende <a href="Diskretion" title="Diskretion">Diskretion</a> voraus. Eine Verletzung der Intimität durch <a href="Indiskretion" class="mw-redirect" title="Indiskretion">Indiskretion</a> kann einen Menschen seelisch <a href="Emotionale_Stabilit%C3%A4t" title="Emotionale Stabilität">labilisieren</a>.
</p><p>In der <a href="Alltagssprache" class="mw-redirect" title="Alltagssprache">Alltagssprache</a> wird der Begriff <i>Intimität</i> oft nur im Sinne von <a href="Sexualkontakt" title="Sexualkontakt">Sexualkontakt</a> verwendet, der aber keine tiefste menschliche Vertrautheit beinhalten muss. Man kann Sexualität ohne intimen Bezug ausleben, andererseits können zwischen Menschen intime Momente der Begegnung ohne jegliche sexuelle <a href="Konnotation" title="Konnotation">Konnotation</a> entstehen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zwischenmenschliche_Intimität"><span id="Zwischenmenschliche_Intimit.C3.A4t"></span>Zwischenmenschliche Intimität</h2></div>
<p>Intimität bedeutet eine entweder einseitige oder beiderseitige besondere <a href="Selbstoffenbarung" class="mw-redirect" title="Selbstoffenbarung">Selbstoffenbarung</a> gegenüber einem anderen Menschen auf den verschiedenen <a href="Zwischenmenschliche_Kommunikation" title="Zwischenmenschliche Kommunikation">zwischenmenschlichen</a> Ebenen, auch auf der gedanklichen. <a href="David_Schnarch" title="David Schnarch">David Schnarch</a> unterscheidet zwischen selbst-bestätigter und fremd-bestätigter Intimität. Die Selbstpreisgabe wird für die andere Person wahrnehmbar, wenn sie offen, nicht verfälscht oder verstellt und somit <a href="Authentizit%C3%A4t" title="Authentizität">authentisch</a> ist.
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Intimität ist ein subjektives Phänomen, das durch einseitiges Selbst-Erfahren und Selbst-Offenbaren innerster Gedanken und Gefühle in Gegenwart eines anderen Menschen entsteht. Ist ein Mensch in der Lage, diese Erfahrung auch ohne Spiegeln, Akzeptanz oder Bestätigung seines Gegenübers zu machen, entsteht ein Moment selbstbestätigter Intimität. Offenbaren sich zwei Menschen gegenseitig innerste Gedanken und Gefühle und erleben sich dabei, kann ein Moment intimer Begegnung entstehen.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Quelle: Tobias Ruland, 2015<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></span></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Körperliche_Intimität"><span id="K.C3.B6rperliche_Intimit.C3.A4t"></span>Körperliche Intimität</h2></div>
<p><a href="K%C3%B6rper_(Biologie)" title="Körper (Biologie)">Körperliche</a> Nähe oder <a href="K%C3%B6rperkontakt" title="Körperkontakt">Berührung</a> zwischen zwei oder mehreren Personen kann für sie die Erfahrung von Intimität beinhalten. Besteht physische Nähe oder eine (meist <a href="Emotion" title="Emotion">emotionale</a>) Berührung, spricht man von <i>körperlicher Intimität</i>, <a href="Z%C3%A4rtlichkeit" title="Zärtlichkeit">Zärtlichkeit</a>, altertümlich (und nicht nur sexuell) auch von <b>Liebkosung</b> (<i>Liebkosung</i> als Handlung gegenüber <i>Intimität</i> als Zustand).
</p><p>Sie dient dem Ausdruck der <a href="Sympathie" title="Sympathie">Sympathie</a> und auch der <a href="Empathie" title="Empathie">Empathie</a>.
</p><p>Von der Intensität her kann man diese Intimitäten folgendermaßen reihen:
</p><p>Nähe, <a href="Blickkontakt" title="Blickkontakt">Blickkontakt</a>, <a href="K%C3%B6rperkontakt" title="Körperkontakt">Körperkontakt</a> und Zärtlichkeiten an den Armen und Händen, am Rücken, an den Beinen und Füßen, im Gesicht und am Kopf, an Bauch und Busen und noch intimer an den <a href="Geschlechtsteil" class="mw-redirect" title="Geschlechtsteil">Geschlechtsteilen</a>.
</p><p>Man kann die körperliche Intimität in körperliche Nähe, in <i>emotionale körperliche Intimität</i> und in <i>sexuelle Intimität</i> aufgliedern.
</p><p>Grund für körperliche Nähe kann entweder die gesuchte Nähe oder die nicht zielführende ungewollte Nähe – wie zum Beispiel Platzmangel sein. Körperliche Nähe ist manchmal nicht zu vermeiden (<a href="Verkehrsmittel" title="Verkehrsmittel">Verkehrsmittel</a>, <a href="Gastronomie" title="Gastronomie">Gastronomie</a> u. a.). Die körperliche Nähe kann als unangenehm oder als angenehm empfunden werden (<a href="Soziale_Distanz" title="Soziale Distanz">Distanzverhalten</a>).
</p><p>Die emotionale und die sexuelle Berührung beinhalten jeweils verschiedene Formen körperlicher Nähe.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Emotionale_körperliche_Intimität"><span id="Emotionale_k.C3.B6rperliche_Intimit.C3.A4t"></span>Emotionale körperliche Intimität</h3></div>
<ul><li>Allgemeine körperliche Intimitäten sind <a href="Sympathie" title="Sympathie">sympathiebasierte</a> <a href="K%C3%B6rperkontakt" title="Körperkontakt">Berührungen</a> zum Beispiel das Einhaken der Arme, der Wangenkuss, die begrüßende <a href="Umarmung" title="Umarmung">Umarmung</a> und das kurzzeitige <a href="H%C3%A4ndchenhalten" title="Händchenhalten">Händehalten</a>.</li>
<li>Familiäre körperliche Intimitäten sind u. a. das <a href="Streicheln" title="Streicheln">Streicheln</a>, das Füttern, das Tätscheln, das Schmusen und das Kuscheln (sowie alle obigen Handlungen).</li>
<li>Körperlich-emotionale Intimitäten in der Partnerschaft sind beispielsweise das Schmusen, der Austausch von Zärtlichkeiten, Sitz- oder Liegepositionen (z. B. auf/neben/an dem Anderen), durch das Haar streichen, die <a href="Massage" title="Massage">Massage</a>, das <a href="Kuss" title="Kuss">Küssen</a> (sowie alle obigen Handlungen).</li></ul>
<p>Eine <a href="Freundschaft" title="Freundschaft">freundschaftliche</a> Beziehung oder <a href="Partnerschaft" title="Partnerschaft">Partnerschaft</a> ohne partnerschaftliche <a href="Liebe" title="Liebe">Liebe</a> kann manchmal auch körperliche Intimitäten beinhalten. Das Vorkommen ist weltweit stark different: Im westlichen <a href="Kulturkreis" title="Kulturkreis">Kulturkreis</a> ist es eher üblich, dass sich Mädchen oder Frauen mit den Händen anfassen, als Jungen oder Männer. In anderen Kulturen, besonders in der <a href="Arabische_Welt" title="Arabische Welt">arabischen</a> und <a href="Nepal" title="Nepal">nepalesischen</a> Kultur, halten Jungen und Männer in der Öffentlichkeit selbstverständlich Hände, <i>ohne</i> dass eine sexuelle gleichgeschlechtliche Zuneigung bestehen muss. Im nördlichen Indien ist es kein ungewöhnlicher Anblick, wenn zwei jüngere männliche Polizisten Hand in Hand auf Streife gehen. Viele ostasiatische Kulturen lehnen jedoch ein solches Maß an körperlicher Nähe – vor allem in der Öffentlichkeit – ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sexuelle_Intimität"><span id="Sexuelle_Intimit.C3.A4t"></span>Sexuelle Intimität</h3></div>
<p>Die sexuelle Intimität ist oftmals ein Ausdruck besonderer Zuneigung oder der <a href="Lust" title="Lust">Lust</a>. Sie findet vor allem in <a href="Liebesbeziehung" title="Liebesbeziehung">Liebesbeziehungen</a> statt. Sie kann zum Beispiel in <a href="Petting" title="Petting">Petting</a> und der Ausübung weiterer <a href="Sexualpraktik" title="Sexualpraktik">Sexualpraktiken</a> bestehen sowie in den verschiedenen Formen des <a href="Geschlechtsverkehr" title="Geschlechtsverkehr">Geschlechtsverkehrs</a>, der von den meisten Menschen als die höchste und weitestgehende Form körperlicher Intimität empfunden wird. Obwohl Männer und Frauen auch alleine durch <a href="Masturbation" title="Masturbation">Masturbation</a> einen <a href="Orgasmus" title="Orgasmus">Orgasmus</a> bekommen können, erleben es die meisten als größere Befriedigung, dabei einen geliebten Menschen zu umarmen. Hierbei erhält die soziale Natur des Menschen in Form sexueller Intimität ihren Ausdruck.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Intimit%C3%A4tsgleichgewicht" title="Intimitätsgleichgewicht">Intimitätsgleichgewicht</a></li>
<li><a href="Kuschel-Caf%C3%A9" title="Kuschel-Café">Kuschel-Café</a></li>
<li><a href="Kuschelparty" title="Kuschelparty">Kuschelparty</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Anthony Giddens: <i>Wandel der Intimität</i>. Fischer, 1993, ISBN 3-596-11833-6.</li>
<li>Carla Godersky: <i>Intimität in organisationalen Beziehungen – Theoretische Grundlagen, Entstehung und Wirkungen</i>. Peter Lang Verlag, 2000, ISBN 3-631-36509-8.</li>
<li>Wunibald Müller: <i>Intimität – Vom Reichtum ganzheitlicher Begegnung</i>. 4. Auflage. Matthias-Grünewald-Verlag, 1989, ISBN 3-7867-1406-1.</li>
<li>Safi Nidiaye: <i>Intimität – Das Geheimnis des Glücks</i>. Integral, 2007, ISBN 3-7787-9181-8.</li>
<li><a href="Leo_Schidrowitz" title="Leo Schidrowitz">Leo Schidrowitz</a> (Hrsg.): <i>Sittengeschichte der Liebkosung</i> (= <i>Sittengeschichte der Kulturwelt und ihrer Entwicklung in Einzeldarstellungen</i>). Band 7. Verlag für Kulturforschung, Wien/Leipzig, S. 7–176:
<ul><li><a href="Rudolf_Lothar" title="Rudolf Lothar">Rudolf Lothar</a>: <i>Das Zärtlichkeitswort.</i> S. 9–56.</li>
<li><a href="Oskar_Scheuer" title="Oskar Scheuer">Oskar F. Scheuer</a>: <i>Die Zärtlichkeitsgeste.</i> S. 57–130.</li>
<li>O. F. Scheuer: <i>Der Kuß.</i> A. 131–176.</li></ul></li>
<li>Richard Senett: <i>Verfall und Ende des öffentlichen Lebens – Die Tyrannei der Intimität.</i> Frankfurt 1977.</li>
<li><i>Intimität und Scham. Vom Verlangen nach geschützten Räumen.</i> In: <i><a href="Publik-Forum" title="Publik-Forum">Publik-Forum</a> Extra</i>, 2012, ISBN 978-3-88095-224-9.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Intimit%C3%A4t" class="extiw external" title="q:Intimität">Wikiquote: Intimität</a></b> – Zitate </div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Intimit%C3%A4t" class="extiw external" title="wikt:Intimität">Wiktionary: Intimität</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl_Ernst_Georges" title="Karl Ernst Georges">Karl Ernst Georges</a>: <i>Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch</i>, 8. Auflage, Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1913–1918, Bd. 2, S. 371 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/Georges-1913/A/interior">Digitalisat</a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Tobias Ruland: Die Psychologie der Intimität. Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2015. ISBN 978-3-608-98037-0. S. 106.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Tobias Ruland: Die Psychologie der Intimität. Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2015. ISBN 978-3-608-98037-0. S. 146.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">David G. Myers: <i>Psychologie.</i> 2. Auflage. Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-79032-7, S. 540.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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